ASTROnews | 08.02.2011

Saturn

Auf Saturn wütet ein Sturm

In Saturns Atmosphäre ist ein heller ausgedehnter Sturm sichtbar
  In Saturns Atmosphäre ist ein heller ausgedehnter Sturm sichtbar
Als Saturn Anfang Dezember 2010 wieder am Morgenhimmel zu sehen war, erregte ein gut sichtbarer Sturm in seiner Atmosphäre die Aufmerksamkeit der Amateurastronomen. Der Sturm war so riesig, dass ihn professionelle Beobachter und Amateurastronomen selbst mit erdgebundenen Teleskopen aufnehmen konnten. Bis heute hat sich der Sturm weiter in den gemäßigten Breiten auf der Nordhalbkugel des Ringplaneten ausgebreitet.

Der Raumsonde Cassini gelangen am 24. Dezember 2010 ihre ersten Bilder des heftigen Sturms, die ihn über seine gesamte Ausdehnung hinweg zeigen. Cassini beobachtete den Ringplaneten aus einer Entfernung von 1,8 Millionen Kilometern und war in so guter Position wie niemand sonst, um die Geschehnisse auf Saturn sichtbar zu machen. Die Sonde wurde im Jahr 1997 von der NASA ausgesandt, um dem Saturn seine Geheimnisse zu entlocken, und erreichte den Gasplaneten sieben Jahre später im Juli 2004. In den letzten Tagen veröffentlichte die NASA neue Aufnahmen, die Cassini innerhalb ihrer alltäglichen Beobachtungsaufgaben erstellte. Die Bilder veranschaulichen, wie weit sich der Sturm mittlerweile ausgedehnt hat.

Das beigestellte Foto zeigt Saturn am 4. Februar 2011. Der helle kontrastreiche Sturm hat sich seit seiner ersten Sichtung weiter ausgebreitet und erstreckt sich nun über eine beachtliche Länge auf dem Ringplaneten. Mit einem Äquatordurchmesser von 120 500 Kilometern ist Saturn der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Das aktuelle Ereignis in der Atmosphäre des Gasriesen zeichnet sich durch einen bemerkenswerten Kontrast mit der Umgebung aus. Der Sturm ist bei weitem die hellste Erscheinung auf der Saturnkugel und kann es gar mit der Helligkeit des Rings aufnehmen.

Solche riesigen Sturmsysteme bilden sich von Zeit zu Zeit auf Saturn und waren auch schon in der Vergangenheit fotografiert worden. Die Ursache der atmosphärischen Verwirbelungen, die innerhalb weniger Wochen entstehen, ist noch unbekannt. So schnell, wie sie auftauchen, lösen sie sich oft wieder auf.

Rahel Heule
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