ASTROnews | 17.07.2008

Jupiter

Großer Roter Fleck frisst Wirbelsturm

Kürzlich machte der Planet Jupiter Schlagzeilen, als gleich drei verschiedene rote Flecken sein Antlitz zierten. Nun hat der größte Wirbelsturm des Jupiter, der Große Rote Fleck, den jüngsten und kleinsten Konkurrenten verschlungen, wie Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen.
Im Mai dieses Jahres war Amateurbeobachtern aufgefallen, dass sich ein weiteres der vielen weißen Ovale auf dem Jupiter, Wirbelstürme, die fast die Größe der Erde erreichen können, sich rötlich verfärbt hatte (wir berichteten). Schon Anfang 2006 hatte Jupiter für eine Sensation gesorgt, als sich ein seit fast 80 Jahren als weißes Oval beobachteter Fleck rötlich verfärbte und schnell den Namen "Kleiner Roter Fleck" erhielt.

Seit mehr als 300 Jahren wird der "Große Rote Fleck" beobachtet, der mehr als den doppelten Erddurchmesser besitzt. Er ist ein langlebiger Wirbelsturm auf der Südhemisphäre des Jupiter, und es ist nach wie vor unklar, wieso er sich so lange halten kann. In seinem Inneren wehen die Winde mit bis zu 400 Kilometer pro Stunde.

Ende Juni näherten sich sowohl der "Kleine Rote Fleck" als auch der jüngste und kleinste rote Fleck ihrem großen Verwandten dicht an. Während der "Kleine Rote Fleck" diese Passage unbeschadet überstand, erging es dem kleineren Fleck schlecht. Die Forscher um Amy A. Simon-Miller vom Goddard Space Flight Center der NASA hatten vermutet, dass der rote Minifleck den "Großen Roten Fleck" nördlich passieren würde. Stattdessen schlug er die Südroute ein und wurde am 8. Juli 2008 in den riesigen Wirbelsturm hineingerissen. Dabei zogen ihn die Sturmwinde auseinander und er verlor auch seine rötliche Farbe.

Das Forscherteam nimmt an, dass der rote Minifleck wohl endgültig vom "Großen Roten Fleck" verschlungen wird. Möglicherweise erhält gerade das Verschlingen kleinerer Sturmsysteme den "Großen Roten Fleck" über solch lange Zeiträume hinweg in Gang.

TA
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