ASTROnews | 21.08.2009

Mondorbiter

LRO löst Rätsel von Apollo 14

Wie nah kamen die Astronauten von Apollo 14 dem Cone Crater, bevor sie erschöpft aufgaben? Der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA liefert nun mit neuen Bildern der Landezone die lang ersehnte Antwort: Gerade einmal 30 Meter trennten Alan Shepard und Edgar Mitchell nach ihrem 1,4 Kilometer langen Marsch durch die Tiefebene Fra Mauro noch vom Rand des Kraters.

Bei den neuen Aufnahmen, die Mitte August 2009 entstanden, war der LRO seiner Zielhöhe von 50 Kilometern bereits deutlich näher gekommen. Daher erreichen die Bilder nun eine Geländeauflösung von rund einem Meter pro Bildpunkt. Dies ist geringfügig besser als die 1,20 Meter der ersten Bilder, welche die NASA vor einem Monat präsentierte. Letztlich soll sich die Auflösung noch bis auf 50 Zentimeter verbessern.

Ein Blick in den 300 Meter breiten Cone Crater in 1,5 Kilometer Entfernung zur Landefähre war eines der Hauptziele der Apollo-14-Mission. Auch wenn ein Abstieg in den Krater zu gefährlich gewesen wäre, hofften Wissenschaftler, in Bodenproben vom Rand des Einschlags ausgeworfenes Material aus tiefen Bodenschichten zu finden. Die beiden Astronauten hatten die Anweisung, auf ihrem Weg dorthin am 6. Februar 1971 bis zu 45 Kilogramm Gestein und Staub zu sammeln.

Shepard und Mitchell waren jedoch nur schlecht auf diesen Einsatz vorbereitet. Sie besaßen keine Karte der Umgebung und hatten sich nur wenige Orientierungspunkte eingeprägt. Auch besaßen sie anders als die Folgemissionen noch kein Fahrzeug sondern nur einen Handkarren. Der Weg zum Krater führte zudem leicht bergauf und wurde so für sie in den unbeweglichen Raumanzügen schnell zur Strapaze.

Ohne Kenntnis ihrer genauen Position und Richtung, mit schwindenden Kräften und Sauerstoffvorräten, machten die Astronauten schließlich an einer auf den Namen "Saddle Rock" getauften Felsformation kehrt und folgten ihren Fußspuren zurück zur Fähre Antares.

Trotzdem nahmen die beiden ausgebildeten Piloten auf ihrem Weg zahlreiche wertvolle Proben. Der bisher einzige Geologe flog allerdings erst im Jahr 1972 mit Apollo 17 zum Mond. Dementsprechend wahllos fiel die Auswahl der Steine aus. Auch die genauen Fundorte dokumentierten Shepard und Mitchell nur unzureichend, was ihnen in der wissenschaftlichen Gemeinde wenig Freunde einbrachte. Die neuen Aufnahmen des LRO könnten zumindest etwas dazu beitragen, die noch immer aufbewahrten Mondsteine besser zuzuordnen.

Ralf Strobel
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