ASTROnews | 05.03.2007

Riesiger Methansee auf Titan entdeckt

Neue Bilder der Raumsonde Cassini enthüllen am Nordpol des größten Saturnmonds Titan einen riesigen See aus Methan. Mit einer Länge von rund 1100 Kilometern ist er fast so groß wie das Kaspische Meer.
Schon lange Zeit suchte man auf den Bildern der Raumsonde Cassini vom Saturnmond Titan nach größeren Seen mit flüssigem Methan. Untersuchungen der europäischen Landesonde Huygens, die im Januar 2005 auf Titan aufsetzte, belegten, dass die dichte Stickstoffatmosphäre des Mondes mit Methan gesättigt ist und dass es sogar zu Niederschlägen kommen kann. Um derart große Mengen an Methan dauerhaft in der Atmosphäre halten zu können, musste es daher auf dem Mond größere "Gewässer" aus Methan geben, die mit der Atmosphäre in einem Verdampfungsgleichgewicht stehen.

Schon vor einiger Zeit fielen den Forschern dunkle Flecken auf der Nordhalbkugel des Mondes auf, die mit Hilfe von Radaruntersuchungen von Cassini als kleine bis mittelgroße Seen erkannt wurden. Diese Seen reichten aber nicht aus, um die beobachteten Methanmengen in der Atmosphäre zu erklären.

Bislang lagen jedoch die polnahen Region auf der Nordhalbkugel im Schatten und konnten somit nicht mit den Kameras von Cassini erkundet werden. Nun nähern sich Saturn und sein Mond der Tagundnachtgleiche, sodass nun auch die hohen nördlichen Breiten dem Kameraauge von Cassini zugänglich werden.

Im Januar 2007 photographierte die Sonde eine dichte Wolkendecke am Titannordpol, auf den neuen Bildern vom 25. Februar konnte die Kamera nun auf die Oberfläche blicken, wo dem Forscherteam um Carolyn Porco am Space Science Institute in Colorado, die dunkle Fläche in der Nähe des Nordpols auffiel. Offenbar hatte sich der Wolkenschleier in den letzten vier Wochen stark ausgedünnt.

TA
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